Die Schweiz bei der Fußball-Europameisterschaft 2020

Schweiz Euro 2020

Die Schweiz ist für viele schöne Dinge bekannt. Als Fußball-Großmacht jedoch sicherlich nicht.

Die Schweiz ist für viele schöne Dinge bekannt. Tolle Landschaften, attraktive Städte, leckere Schokolade und ein Bankgeheimnis, das seinen Namen noch verdient. Als Fußball-Großmacht jedoch sicherlich nicht. Jedoch stellt das kleine Land in Mitteleuropa eine durchaus konkurrenzfähige Nationalmannschaft, die bei den großen Turnieren in jedem Fall eine Daseinsberechtigung hat.

Bisherige EM-Historie

Die ersten neun Turniere fanden ohne die Schweiz statt. Erst 1996 gelang den Eidgenossen erstmals die Qualifikation. Jedoch scheiterte man in der Vorrunde an Gastgeber England, den Niederlanden und Schottland, und wurde Gruppenletzter. 2004 und 2008, als sie als Gastgeberland automatisch qualifiziert waren, erlitten die Schweizer das gleiche Schicksal. Lediglich 2016 gelang der Sprung ins Achtelfinale, wo man den Polen erst im Elfmeterschießen unterlag.

Aktueller Kader und Trainer

Trainer der Eidgenossen ist seit 2014 Vladimir Petkovic. Der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld erreichte bei seinen beiden Turnieren 2016 und 2018 jeweils das Achtelfinale. Sein größter Erfolg war jedoch sicherlich der Gewinn des italienischen Pokals mit Lazio Rom. Sein Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2020.

Im Tor ist Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach die Nummer Eins. Dahinter streiten sich Jonas Omlin und Yvon Mvogo um die Nummer Zwei.

Fünf Legionäre in der deutschen Bundesliga stehen für die Abwehr bereit. Nico Elvedi (Mönchengladbach), Michael Lang (Bremen), Stephan Lichtsteiner (Augsburg), Kevin Mbabu (Wolfsburg) und Manuel Akanji (Dortmund) kämpfen mit Timm Klose von Norwich City, Fabian Schär von Newcastle United, Ricardo Rodriguez vom AC Mailand, Loris Benito von Girondins Bordeaux und den beiden Akteuren vom FC Basel, Silvan Widmer und Eray Cömert um vier Plätze.

Auch im Mittelfeld stellt die Deutsche Bundesliga den Löwenanteil der Akteure. Djibril Sow (Frankfurt), Renato Steffen (Wolfsburg), Denis Zakaria (Mönchengladbach), Steven Zuber (Hoffenheim) und Edimilson Fernandes (Mainz) stehen hier im Konkurrenzkampf mit Remo Freuler von Atalanta Bergamo und den beiden Topstars Granit Xhaka von Arsenal London und Xherdan Shaqiri vom FC Liverpool.

Im Sturm sind die Eidgenossen ebenfalls recht prominent besetzt. Die drei Bundesligastars Embolo (Mönchengladbach), Vargas (Augsburg) und Mehmedi (Wolfsburg) zählen wie auch Haris Seferovic von Benfica Lissabon, Mario Gavranovic von Dinamo Zagreb und Albian Ajeti von Westham United zum aktuellen Kader. Christian Fassnacht von Young Boys Bern ist einer der wenigen „Einheimischen“.

Bester Torschütze in der bisherigen Qualifikation war Denis Zakaria mit zwei Treffern.

Aktueller Stand in der Qualifikation

In der Qualifikationsgruppe D muss sich die „Nati“ mit Irland, Dänemark, Georgien und dem Fußballzwerg Gibraltar auseinandersetzen. Aktuell belegt man – jedoch mit einem Spiel Rückstand – hinter Irland und Dänemark Platz 3. Im Rennen um die ersten beiden Plätze ist hier noch alles offen. Besonders ärgerlich war das Heimspiel am 26.3 gegen Dänemark, als man bis zur 84. Minute mit 3:0 führte und sich am Ende mit einem 3:3 begnügen musste. Wegweisend werden sicherlich die beiden Spiele Mitte Oktober in Dänemark und zu Hause gegen die Iren.

Aktuelles

Zwei Personalien geben aktuell Anlass zur Sorge um die Harmonie in der Mannschaft. Zum einen scheint das Verhältnis von Trainer Petkovic zu seinem ehemaligen Käpitan und Urgestein Stephan Lichtsteiner sehr angespannt zu sein. Petkovic verzichtete beim Gastspiel in Irland freiwillig auf den Oldie. Dies kann eventuell als Beginn eines Generationenwechsels verstanden werden, bringt derzeit aber eher Unruhe in die Mannschaft.

Zum anderen verzichtete Topstar Xherdan Shaqiri aus eigenem Antrieb auf dieses richtungsweisende Spiel, da er sich lieber seinem Verein FC Liverpool widmen wollte. Wie dies bei Trainer und Mannschaft ankommt, darüber kann man nur spekulieren.

In jedem Fall täte Petkovic gut daran, diese beiden Brandherde möglichst unauffällig und zeitnah zu löschen, möglichst noch vor den entscheidenden Spielen im Oktober.