Bundesrat will komplexen deutschen Lizenzrahmen

Sportwetten Lizenzvertrag

Schleswig-Holstein Lizenzen sollen verlängert werden

Die Anfang 2012 vergebenen Schleswig-Holstein Lizenzen an damals 20 Wettanbieter sind praktisch ausgelaufen. Jetzt stimmen alle 16 deutschen Bundesländer einen neuen nationalen Lizensierungssystem zu, welches 2021 vorgestellt werden soll. Ein Limit von 20 Lizenzen sei unzulässig, so argumentiert man seitens der EU. Man verstoße gegen die europäische Wettbewerbsnormen. Und tatsächlich kennt man das Modell einer vorgegebenen Anzahl an zugelassen Wettanbietern von keinem anderen europäischen Mitgliedsstaat. In der Regel sind alle Wettanbieter zugelassen, die sich auch an die Regulierungen halten und die Lizenzbestimmungen befolgen.

Auch das nördliche Bundesland Schleswig-Holstein, dass einst 2012 einen großen Schritt in Richtung der von der EU geforderten Markt Liberalisierung gemacht hat, zeigt sich einverstanden. Bis das neue umfassende Gesetz vorgelegt wird sollen alle aktuellen Lizenzhalter bis Anfang 2020 weiter den Markt bewerben dürfen.

Komplexe Einschnitte für die lizensierten Wettanbieter sollen bereits ab Jänner 2020 in Kraft treten. Alle 16 Bundesländer wollen den Markt neugestalten und werden sich von Anfang 2020 bis Ende 2020 an vorläufig verteilte Konzessionen halten.

Ein Einspruch seitens der Wettanbieter ist vorprogrammiert

Anfang April soll der Bundestag dieses vorläufige Konzept dem europäischen Rat vorliegen, um in späterer Folge abgesegnet zu werden. Lizensierte Wettanbieter sollen künftig keine Livewetten mehr in Deutschland anbieten. Weiters soll der Wettverlust pro Kunde auf 1.000 Euro pro Monat limitiert werden. Beide Veränderungen sind nicht gerade Wettanbieter freundlich. Livewetten generieren beim Wettanbieter mehr als 50% vom Gesamtumsatz und auch das Verlustlimit pro Kunden scheint eine reine „Augenauswischerei“ zu sein. Hat man 1.000 Euro verspielt so könnte man zu all den weiteren 19 Lizenzhaltern wechseln, um dort ebenfalls jeweils maximal 1.000 Euro zu verlieren. Weiters sollen nur Wettanbieter zugelassen werden, die 5% Steuer vom Wettumsatz abführen. Die letzten Jahre gab es hier verschiedenste Ansichten. Ob die Wettsteuer vom Wetteinsatz, vom Bruttogewinn oder unter Ausschluss der Livewetten abgeführt werden sollen, wird im neuen Gesetz klar verankert sein

Generell zeigt sich die deutsche Regierung gelassen, zumal man seit 2012 ja ohnehin 5% Wettsteuern von jeder Wette einbehält. Bei dieser Wettsteuer tritt der Wettanbieter als Drittschuldner auf – er führt die Wettsteuern des Wettkunden an die deutsche Finanz ab.

Der Staat nach wie vor weltfremd gegenüber dem Wettanbieter?

Während man in Hessen unter anderem eine Ausweitung der Regulierungen auf weitere Glücksspieleangebote andenkt so fragt sich der lizensierte Wettanbieter bestimmt auch, ob der deutsche Sportwetten Markt mit den genannten Regulierungen überhaupt noch interessant bleibt.
Nahezu jeder lizensierte Wettanbieter hat Sponsoren Verträge mit Klubs der Deutschen Bundesliga und bewirbt seine Marke in Free TV und Pay TV. Das Produkt wurde fürs Livewetten optimiert, welches künftig ganz aus dem Wettprogramm verschwinden soll. 1.000 Euro Wettumsatz soll ein Kunde maximal pro Monat generieren dürfen. Also nicht 1.000 Euro Verlust pro Monat sondern 1.000 Euro Wettumsatz pro Monat.

Ein Wettanbieter will vor allem den Loyalen Kunden an sich binden, ist das mit dieser Regelung überhaupt möglich?